Was hat Green Economy mit Gender zu tun?

Januar 21, 2014 in FAQ von Ulrike Roehr

Viel. Das fängt an bei dem stark auf technische Lösungen fokussierenden Verständnis einer grünen Ökonomie, das soziale Aspekte völlig außen vor lässt. Arbeitsplätze werden damit vorrangig in Bereichen geschaffen, in denen Frauen deutlich unterrepräsentiert sind (Sustainlabour 2009, Littig 2013). Der gesamte Bereich der personenbezogenen Dienstleistungen, ob sie nun (schlecht) bezahlt sind oder völlig unentgeltlich geleistet werden, bleibt dabei außen vor. Hier wird aber die Grundlage jeglichen Wirtschaftens geschaffen, ohne die keine Ökonomie bestehen kann. Ein innovatives, umfassendes Ökonomiekonzept böte die Möglichkeit, die bisher getrennten Bereiche wieder zu verbinden.

Ist es nicht sinnvoller, die Bereiche Green Economy und Care Economy getrennt zu betrachten?

Januar 21, 2014 in FAQ von Ulrike Roehr

Nein, finden wir nicht. Die notwendige gesellschaftliche und wirtschaftliche Transformation muss umfassend angegangen werden. Sicher ist es nicht einfach, die Verbindung zwischen grünem und versorgendem Wirtschaften herzustellen, denn es fehlt Forschung, die sich dezidiert mit dieser Thematik befasst. Die ökonomische „Mainstream“-Forschung lässt die Grundlagen des Wirtschaftens (Care) noch völlig unberücksichtigt. Ebenso fehlen praxistaugliche Umsetzungsvorschläge und gute Beispiele. Trotzdem, wenn wir jetzt nicht anfangen, ist die Chance auf lange Sicht vertan.