Wirtschaft ist Care: Die Wiederentdeckung des Selbstverständlichen

Juni 22, 2015 in News von Ulrike Roehr

Die Ökonomie ist zu einer Art Leitwissenschaft geworden, aus der viele Menschen ihre Anschauungen über „normal“ und „richtig“ beziehen, über den Wert von Beziehungen und Tätigkeiten. Doch ausgerechnet diejenigen Maßnahmen zur Bedürfnisbefriedigung, die immer noch von viel mehr Frauen als Männern gratis in so genannten Privatsphären geleistet werden, kommen in der Wirtschaftswissenschaft gar nicht oder nur verzerrt am Rande vor. Welche Folgen hat diese Auslassung?

Zur Beantwortung dieser Frage unternimmt die Theologin Ina Praetorius in ihrem Essay „Wirtschaft ist Care“ eine Reise durch die Ideengeschichte des Abendlandes und zeigt die tiefe Verwurzelung einer ungerechten, zweigeteilten Ordnung in unserer Wirtschafts- und Gesellschaftsorganisation.

Einen Auszug aus dem Essay gibt es hier

Der von der Heinrich Böll Stiftung herausgegebene 88-seitige Essay ist hier herunterzuladen

Grüner Unternehmensdachverband auf europäischer Ebene gegründet

Januar 26, 2015 in News von Nanna Birk

Der neu gegründete europäische Dachverband Ecopreneur fordert Wirtschaftswende und Stopp der TTIP- und CETA-Verhandlungen. Wirtschaftsdachverbände aus Österreich, Frankreich und Deutschland wollen durch den offiziellen Zusammenschluss in Brüssel an Stärke gewinnen: „Der logische Schritt ist die noch engere Zusammenarbeit, denn bei Themen wie TTIP, Gentechnik und sozialen Standards braucht es ein Gegengewicht zur Übermacht der herkömmlichen Wirtschaftsverbände“ so Volker Plass, Bundessprecher der Grünen Wirtschaft aus Österreich.

Neben den gemeinsamen Forderungen den EU-weiten Steuerwettbewerb zu beenden und eine Sozialunion zu fördern, wollen die Verbände zu den Themen Freihandel und Zukunft der Ernährungsbranche zusammenarbeiten. Der Beitritt von weiteren europäischen Wirtschaftsinitiativen ist schon im Gespräch. Weiter zur offiziellen Pressemitteilung

Ist Wachstum eine Voraussetzung für den Umbau zu einer Green Economy?

Januar 21, 2014 in FAQ von Ulrike Roehr

Wirtschaftswachstum hat immer Grenzen – ob es grün, blau oder schwarz ist. Unser Verständnis einer grünen Ökonomie basiert auf einer Wirtschaft die nur das produziert, was wirklich notwendig ist – die Güter, die wir brauchen, um ein “gutes Leben“ führen zu können. Also keinen Überfluss, keine Wegwerfprodukte, keine Produkte, deren Verfallsdatum bereits einprogrammiert ist etc. Allerdings gibt es durchaus Bereiche, die wachsen müssen: z.B. die Bildung, die Pflege, die Vorsorge. Dazu brauchen wir aber einen wirklich radikalen Umbau der Wirtschaft, und die Wahrnehmung der Erkenntnis, dass zumindest in den Industrieländern die Hoffnungen auf Wirtschaftswachstum als Problemlöser sich bereits seit den 1970er Jahren nicht mehr erfüllt haben (Seidl/Zahrnt, Postwachstumsgesellschaft, 2010:31)